Berufsverband für Lerntherapeut*innen e.V.

In unserer gestrigen Informationsmail hatten wir die neuesten Covid-Schutzmaßnahmen vorgestellt, die voraussichtlich ab Mittwoch dieser Woche (24.11.2021) in Kraft treten. Dabei hatten wir nicht auf die bereits seit längerer Zeit in den meisten Bundesländern wieder geltende Testpflicht in Schulen hingewiesen. Diese Verpflichtung gilt gemäß den regionalen Regeln unverändert weiter.

Gilt in Ihrer Region eine solche Testpflicht für Schüler, dann darf davon ausgegangen werden, dass auch diejenigen Schüler*innen, die zur Lerntherapie (LT) kommen, regelmäßig getestet worden sind. In diesem Falle entfällt nach übereinstimmender Auffassung die Pflicht, zusätzliche Tests in der Frei- oder Nebenzeit durchzuführen und nachzuweisen. Ergo: Geht das Kind zur Schule, ist es getestet und es besteht keine weitere Test-Pflicht etwa bei der LT.

Anders sieht es aus, wenn das Kind (z.B. krankheitsbedingt – gebrochener Arm etwa) nicht zur Schule geht. Hierunter sind auch solche Kinder zu subsummieren, bei denen der regelmäßige Schulbesuch nicht sichergestellt oder zweifelhaft ist. In beiden Fällen sollten Sie darauf bestehen, dass ein aktueller Test (PCR jünger 48 h, Schnelltest jünger 24 h) vorgelegt wird. Dessen Ergebnisse sind zu dokumentieren. Bei PCR- und Schnelltests gibt es ein digitales COVID-Zertifikat der EU, das mit der kostenkosen CovPassCheck-App des RKI überprüft werden kann. Zusätzlich sollte für diese Kinder ein praxisindividueller QR-Code (mit der Corona-Warn-App) generiert werden; darüber können die Kinder sich wie in Restaurant & Kino registrieren. Dieser Check-in hat in erster Linie eine pädagogische Bedeutung und kann den Kindern verdeutlichen, dass es bei Test und Registrierung nicht um Spaßveranstaltungen geht.

Wer nicht regelmäßig in der Schule getestet wird und weder einen gültigen PCR- noch einen aktuellen Schnelltest vorlegen kann, muss einen Selbsttest unter Aufsicht einer eingewiesenen Fachkraft machen.Als eingewiesene Fachkraft gilt jede Person, die über Kenntnisse in der Handhabung und Interpretation von Test-Ergebnissen verfügt. Das können Personen mit pflegerischer oder medizinischer Ausbildung sein, aber auch die Absolventen kurzer Unterweisungen in Präsenz wie bei den Johannitern (https://www.johanniter.de/johanniter-unfall-hilfe/corona-informationsseite/kurs-zur-anwendung-von-corona-antigen-tests/). Die bisher sehr beliebten Online-Kurse scheinen aktuell nur noch entgeltlich etwa bei der DEKRA (https://www.dekra-akademie.de/corona-schnelltest-schulung-mitarbeiter/) angeboten zu werden. Wer bereits in der Vergangenheit eine solche Unterweisung zur eingewiesenen Fachkraft absolviert hat, kann auf dieser Basis weiterarbeiten.

Führen Sie oder Mitarbeiter*innen als eingewiesene Fachkraft in Ihrer Praxis Tests durch, besteht wie bei der Vorlage negativer PCR- oder Schnelltersts die Pflicht zur Dokumentation. Dazu können Sie die im Mitgliederbereich hinterlegte Excel-Liste nutzen oder das PDF-Dokument ausdrucken und handschriftlich führen. Die Testkosten einschließlich der Kosten für das Handling (Besorgung, Vorhaltung etc.) sind in diesem Falle den Eltern aufzuerlegen; aktuell erscheint ein Preis von 5,- EUR pro Test angemessen. Alternativ können die Erziehungsberechtigten ihrem Kind zu jeder LT-Sitzung einen neuen, originalverpackten Selbsttest mitgeben, der dann unter Aufsicht einer eingewiesenen Fachkraft unmittelbar nach dem Betreten der Praxis zu absolvieren ist.

Alles doof, weil Aufwand zu Lasten der Therapiezeit, alles doof, weil es am Ende die Kinder sind, die darunter leiden. Aber es besteht auch eine Fürsorgepflicht den LTs und den anderen Klient*innen gegenüber. In der Abwägung sollte der unmittelbare Gesundheitsschutz Vorrang haben. Und: Hören Sie auch in dieser Angelegenheit auf Ihren Bauch. Wenn der sagt, Sie sollten noch einmal beim Berufsverband nachfragen, dann tun Sie es einfach.